Kaschmir & Seide


Was ist Kaschmir?

Als Kaschmir bezeichnet man die Unterwolle der Kaschmirziege (lat. Capra Hircus Tibetica), mit der sie sich im Winter vor Kälte und Feuchtigkeit schützt.
Kaschmir wird üblicherweise im Frühjahr mit dem natürlichen Fellwechsel der Kaschmirziegen durch Auskämmen gewonnen. Ein Tier liefert etwa 150 Gramm Rohwolle, von denen nach der Reinigung und dem Aussortieren der sog. Grannen (dickere Haare des Deckhaars) noch erheblich weniger übrig bleibt. Anschließend werden die Fasern per Hand farblich sortiert - kein Wunder, dass Kaschmir eine der teuersten Naturfasern ist.
Mit einem Durchmesser von 19µm bis 12µm (1µm= 0,001mm) sind Kaschmirfasern extrem fein und bieten exzellente Wärmeeigenschaften bei geringem Gewicht. Im Rohzustand ist Kaschmir weiß, grau, schwarz oder braun.

 

Woher kommt die beste Kaschmirwolle?

Die Qualität des Kaschmirs hängt unmittelbar mit dem Klima zusammen, in dem die Tiere leben. Kurze Sommer und lange, harte Winter mit Temperaturen bis unter -40 Grad in Höhen bis zu 5.000 Metern - das ist das Umfeld, in dem die Ziegen die feinste und beste Wolle entwickeln, um sich optimal vor der Kälte zu schützen.
Echte Spitzenqualität wird daher nur dort gewonnen, wo dieses Klima herrscht: In der Inneren Mongolei, die zur Volksrepublik China gehört, und natürlich im indischen Kaschmir und dem benachbarten Ladakh. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf, woher die Kaschmirwolle Ihres Schals stammt!

 

Was ist Pashmina?

Das persische Wort „pashm" bedeutet lediglich "Wolle". In Indien (und bei uns) versteht man unter einem Pashmina einen großen Schal aus Kaschmir oder Kaschmir und Seide, meist im Verhältnis 70:30. Die Wärme und Geschmeidigkeit des Kaschmirs verbinden sich dabei sehr vorteilhaft mit dem Glanz und der Festigkeit der Seide.
Pashmina ist also nicht etwa, wie oft behauptet, eine besonders hohe Qualität von Kaschmirwolle. Eine Pashmina-Ziege hat noch niemand gesehen.
Das strenge deutsche Textilkennzeichnungsgesetz kennt den Begriff Pashmina nicht. Daher finden Sie im Handel leider oft billige "Paschminas" aus Kunstfasern.

Was ist Seide?

Naturseide wird vom Kokon einer Falterart gewonnen, des sog. Maulbeerspinners (Bombyx mori). Ihren Namen hat die Art von ihrer Lieblingsspeise: Als Raupe ernährt sie sich ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaumes.
Anders als andere Naturfasern ist der Seidenfaden bereits von Natur aus in ein durchgängiger, ca. 3.000m langer Faden. Hiervon kann aus Qualitätsgründen nur das mittlere Teilstück genutzt werden, da nur dieser Bereich einen Faden regelmäßiger Feinheit liefert. Für 1kg Rohseide werden rd. 7-9 kg getrocknete Kokons benötigt.
Durchschnittlich hat ein Seidenfaden gerade einmal eine Faserdicke von 20µm (=Mikrometer =1 Millionstel Meter) und ist damit äußerst leicht und fein. Aus einem Kilogramm Kokons (ca. 3.000 Kokons) können ca. 250g Seidenfaden gewonnen werden.

 

Woher kommt Seide?

Seide stammt ursprünglich aus China. Der Sage nach entdeckte die Frau des chinesischen Kaisers Huang-Ti ca. 3000 v. Chr. die Kunst, die zu Kokons gesponnenen Fäden der Seidenraupe zur Herstellung von Gewändern zu verwenden. Über Jahrhunderte hinweg hielten die Chinesen diese Kunst geheim. Auf der Seidenstraße gelangten diese edlen Textilien dann bis Europa.
Auch heute noch stammen ca. 60% der weltweit gehandelten Seidenstoffe aus China. Weitere große Erzeuger sind Indien und Japan. Aufgrund jahrhundertealter Erfahrung produzieren diese Länder hervorragende Qualitäten.
padmera-Schals werden ausschließlich aus indischer oder chinesischer Seide hergestellt. MISS CRIMSON verwendet exklusiv Seide aus China.


Verwendetes Bild: Grazing sheep and goats © Dmitry Pichugin - Fotolia.com